|
2010 Göttinger Tageblatt |
Neue Bilder: Dritte Ausstellung von Walter Eisler in der Göttinger Galerie Ahlers Von Peter Krüger-Lenz |
|
Kenne ich schon, diese Bilder von Walter Eisler, die Oliver Ahlers derzeit unter dem Titel „ Neue Bilder“ in seiner Göttinger Galerie ausstellt. Alle zwei Jahre präsentiert er Arbeiten Eislers, dies ist die dritte Schau. Da sieht man Gebäude von Erich Mendelsohn ( 1878 – 1953). „Eisler muss alles malen, was der Architekt entworfen hat“, sagt Ahlers über den Maler, den er in seiner Galerie vertritt. Und da sind diese Bilder aus der Königsserie. Zentral auf der Leinwand steht eine Figur, die an den großen Schauspieler Bernhard Minetti erinnert. Meist trägt der Mann eine Krone auf dem Kopf, manchmal liegt sie in seiner Nähe. Oft ist Blut im Spiel. Kenne ich schon, diese Bilder. Eben nicht.
Eisler arbeitet sich in umfangreichen Serien an Themen ab. Der Eindruck des Deja vu entsteht, weil der Künstler in vielen Folgebildern nur kaum merklich variiert. Der König ist nach wie vor der König, doch er zeigt verschiedene Facetten dessen, wofür der Potentat steht – Macht, Verantwortung, Größenwahn, oder Beherrschung – und wie er mit all dem umgeht.
Eisler ist 1954 in Leipzig geboren, sein Vater ist Bernhard Heisig, einer der bedeutensten Maler der DDR, der auch im wiedervereinigten Deutschland viel Anerkennung fand. Ein Malergigant. Sein Sohn studierte erst technische Fächer, wechselte später jedoch an die Kunsthochschule in Leipzig, an der der Vater lehrte.. Er nannte sich Eisler nach dem Geburtsnamen seiner Mutter. Der Name Heisig wäre ihm eine Last geworden.
Heute zeigt Eisler, dass Künstler in der DDR zuerst einmal zu großartigen Handwerkern ausgebildet worden. Nach dem Mauerfall erschloss er sich mit zahlreichen Reisen die westliche Kunstgeschichte. In der aktuellen Ausstellung verrät er vor allem seine Beschäftigung mit dem großen amerikanischen Realisten Edward Hopper. Eines von dessen berühmtesten Werken, dem nächtlichen Blick von außen in ein Cafe, hat Eisler nachvollzogen – keine Kopie, eher Hommage und eigenes Verstehen. Heute verwendet der Künstler leichthändig und angemessen diverse malerische Mittel, Flächigkeit in den Architekturbildern beispielsweise, oder er lässt seine große Lust am Malen in einigen Königsbildern aufblitzen. Und deutlich ist zu spüren: Er kann noch viel mehr
Die Galerie im Internet: www.galerieahlers.de
Artikel erschienen am 11.9.2010 |

